Zweite Phase des Projekts MIT DEM KNUDDELMONSTER DURCHS TOLERANZUNIVERSUM: 10 Veranstaltungen wurden durchgeführt

Viele Kinder haben in den letzten Monaten ein paar schöne und lehrreiche Stunden mit dem Astronaut Peter Ghost verbracht. Gemeinsam haben sie sich unter der Überschrift "Mit dem Knuddelmonster durch das Toleranzuniversum" mit den Fragen von Fremdheit, Toleranz und Ausgrenzung beschäftigt. Hierzu wurde eine Powerpoint-Präsentation erstellt, mit deren Hilfe eine Geschichte visuell dargestellt wurde. Die Geschichte selbst wurde während der Vorführung der Präsentation vom Projektleiter frei erzählt.
Ebenso wurde das Programm stets durch das Lied "Ein Knuddelmoster fliegt zum Mars“ (Benni-Lied) aufgelockert. Dieses wurde vom Projektleiter mit der Gitarre vorgetragen und die enthaltenen Mitmach-Teile den Kindern beigebracht.
Dadurch, dass die Kinder diese Teile schnell erlernen und sich somit interaktiv beteiligen konnten, wurde das Lied neben der Geschichte von den Kindern als Highlight angesehen.
Disziplin und Aufnahmebereitschaft der Kinder war in der gesamten Veranstaltung beeindruckend.



Im zweiten Teil des Programms wurden den Kindern ein paar Vokabeln in Arabischer Sprache vermittelt. Hier zeigte sich, dass die Konzentrationsfähigkeit der Kinder noch nicht besonders stark entwickelt ist. Länger als 15 Minuten konnte dieser Teil nicht ausgedehnt werden.

Dennoch sind einige Vokabeln verinnerlicht worden und in der „Ruine“ hat man sich im Teil 3 stets auf Arabisch bedankt (Schukran=Danke), wenn man von einem anderen Kind eine Schere oder den Kleber gereicht bekommen hat. Die Leiterin nahm an, dass das wohl in den nächsten Tagen und Wochen anhalten könnte.
Davon unabhängig hat es sich als günstig erwiesen, wenn man die Notwendigkeit der einzelnen Vokabeln in eine kleine Geschichte einbaut – Also: Was macht man, wenn man ein arabisches Kind kennenlernt? Wir fragt man nach dem Namen, dem Wohnort, wie begrüßt und verabschiedet man sich und wie bedankt man sich.
Auf der Basis einer umrahmenden Geschichte waren die Kinder bedeutend aufnahmefähiger und haben auch den Sinn zu Erlernen von Fremdsprachen erfasst.

Im dritten Teil wurde mit den Kindern mit dem speziell für das Projekt entworfenen Arbeitsheft gearbeitet.
Hauptziel war dabei das Basteln des Pop-Up-Bildes mit der Kindergruppe des CD-Covers und dem Schriftzug „Hass? – Ohne mich!“

Das Basteln selbst war eine Aufgabe, die mit großem Eifer angenommen wurde, aber es zeigte sich, dass bei vielen Kindern die Feinmotorik sehr mangelhaft ausgeprägt war. Sauberes Ausschneiden der Vorlage gelang nur wenigen. Auch wurden – trotz ausdrücklicher Hinweise im Vorfeld – oft Klebelaschen abgeschnitten und mussten nachträglich wieder angeklebt werden.
Diese Programmpunkt konnte daher nur mit einer guten personellen Betreuung erfolgreich beendet werden, im Durchschnitt musste je fünf Kinder wenigstens ein Betreuer zur Hilfestellung anwesend sein.
Nach erfolgreichem Basteln waren die Kinder positiv überrascht, dass man das Bild zusammenklappen kann und es sich beim Aufklappen alleine aufrichtet. Aufgrund dieser Überraschung ist davon auszugehen, dass die Kinder das Bild in der Folge öfter zur Hand genommen und auch ihren Freunden gezeigt haben, so dass die enthaltene Botschaft „Hass? – Ohne mich!“ immer wieder unterschwellig vermittelt wurde.

Während des Bastelns konnte aber auch die positive Seite der gegenseitigen Unterstützung vermittelt werden. Geschickte Kinder, die ihr Bild recht schnell gebastelt hatten, wurden angehalten, weniger geschickten Kindern bei der Fertigstellung zu helfen. Dabei diente der Grundsatz, dass ja Astronauten (im Weltall) sich auch gegenseitig helfen müssen und helfen, wenn es Probleme gibt. Dieser Grundsatz wirkte in der Regel sehr motivierend.
Auch wurde in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass die Kinder der Geschichte  der Protagonistin „Shirin“ künftig helfen wollen.
Nach dem Basteln wurde von Kindern ab der zweiten Klassenstufe das Gitterrätsel gelöst.
Diese Aufgabenstellung begeistert Kinder unwahrscheinlich und wurde quasi ohne Hilfe durch die Betreuer in recht kurzer Zeit erledigt.

Der Lösungssatz war „Alle Menschen sind gleich“ und am Ende entwickelte sich mehrmals eine spontane Diskussion, das es ja nicht sein könne, einer hat helle Haare, einer dunkle, einer ist ein Junge, ein anderes Kind ist ein Mädchen…
Irgendwann kamen die Kinder innerhalb dieser spontanen Diskussionen, die nicht moderiert wurden, selbst auf den Gedanken, dass es aber egal sei, welche Hautfarbe man hat, aus welchem Land man kommt, man ist primär Mensch.
Die Kinder der ersten Klassenstufe haben, während die anderen das Gitterrätsel gelöst haben, ein Fehlersuchbild bearbeitet. Auch das ist eine Aufgabe, die den Kindern wahnsinnige Freude bereitet, die höheren Klassenstufen wollten nach dem Gitterrätsel i.d.R. auch noch das Fehlersuchbild lösen.
Auch hier wurden die Kindern angehalten, sich gegenseitig zu helfen, allerdings kam es vereinzelt vor, dass einige Kinder ihre fertige Lösung geheim hielten und den anderen nicht mitteilen wollten, wo noch Fehler versteckt waren.

Im vierten Teil war vorgesehen, mit den Kindern eine Gesprächsrunde zu veranstalten über persönliche Erfahrungen mit Ausgrenzung und Mobbing. Dabei zeigte sich, dass die Kinder dort maximal fünf Minuten konzentriert waren, sie dann sehr schnell das Interesse für das Thema und den Programmpunkt an sich verloren.
Aus diesem Grund wurde dieser Punkt nur zwei Mal in das Programm eingebaut und danach verstärkt auf die gegenseitige Unterstützung im Teil 3 Wert gelegt, da die Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfe auch der Ausgrenzung einzelner Personen entgegenwirkt.

Beeindruckend war noch der Satz eines Mädchens aus der „Ruine“. Diese Mädchen meinte im Gespräch, dass ihr Vater ihr eigentlich verboten hätte, an diesem Tag in den Club zu gehen, weil auf dem Plakat zur Veranstaltung ein farbiges Mädchen zu sehen sei. Allerdings sei der Vater über die Woche auf Montage und die Mutter hatte keine Vorbehalte gegen die Teilnahme des Kindes an der Veranstaltung.

Zusammenfassend kann man folgendes Fazit ziehen:
Die Geschichte der CD und die enthaltene Botschaft wurde von den Kindern aufgenommen und verstanden. Durch das Mitgeben je einer CD haben die Kinder überdies noch die Möglichkeit, sich die Geschichte immer wieder anzuhören und auch anderen Kinder vorzuspielen.
Die fremdsprachigen Vokabeln waren für die Kinder interessant, mussten aber in eine Geschichte verpackt werden.
Das Arbeitsheft wurde von den Kindern sehr positiv angenommen, die (ungeplante) Diskussion, wieso denn alle Menschen gleich seien, zeigte, dass die Kinder die Themen verinnerlicht haben. Das Pop-Up-Bild hat die Kinder fasziniert und wird sicher öfter gezeigt werden und somit der Inhalt „Hass? – Ohne mich!“ vermittelt werden.
Da nicht alle Aufgaben des Arbeitsheftes bearbeitet wurden, konnten die Kinder diese Hefte mitnehmen und die Erzieher wurden angeregt, sich in den folgenden Tagen zur Festigung des Themas noch mal mit dem Arbeitsheft zu beschäftigen.

Die Betreuer und Erzieher waren ausnahmslos von dem Programm begeistert, lobten die Art, wie auf die Kinder eingegangen wurde und auch die allgemeinen Aufgabenstellungen, die nach ihrer Aussage sehr kindgerecht aufgearbeitet waren.


Infos und Kontakt

 
Projektschmiede Dessau e.V.
c/o Karsten Lückemeyer
Zerbster Straße 12
06844 Dessau-Roßlau
Telefon 0340 5710 9871
Fax 0340 5710 9872
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www.projektschmiede-dessau.de

 

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